MANIFEST EINER SWAPPONISTA

Unsere Kleiderschränke sind voll! Wir besitzen alle zu viel.
Die Kaufhäuser quellen über mit Ware aus fernen Ländern. Diese Textilien haben im Herkunftsland große Umweltschäden verursacht und wurden unter unmenschlichen Bedingungen produziert. Im Anschluss sind sie weit gereist und haben bereits einen großen Fußabdruck hinterlassen. Hier werden sie gewaschen und giftige Chemikalien, mit denen sie imprägniert sind, gelangen noch einmal ins Wasser.

Mit der TOP SWAP Kleidertausch-Kultur kann man den Textil-Strudel entschleunigen. Der Lebenszyklus der Textilien wird verlängert, indem sie aufgewertet und wieder in den Konsum-Kreislauf zurück gebracht werden. Der eigenen Kleidung wird wieder mehr Wertschätzung entgegen gebracht, indem sie erneut und mit ganz anderen Augen betrachtet wird. Immerhin muss man sich vor dem Besuch einer Kleidertausch-Party überlegen, welchen Tauschwert die Stücke noch haben.

Die Lust an Neuem wird beim Kleidertausch voll befriedigt und der Konsumzwang clever ausgetrickst. Die Freude am Teilen und Verschenken der eigenen Kleidung steht auf der einen Seite; die Befriedigung, welche das Ergattern von neuwertiger Ware kurzfristig verschafft, auf der anderen. Wenn die Teile noch dazu, wie beim TOP SWAP Tausch-Event in einer Boutiquen-ähnlichen Situation und kostenlos erhältlich sind, ist das Vergnügen umso größer.

Bei der TOP SWAP Kleidertausch-Party können die mitgebrachten Stücke am Eingang abgegeben werden, so dass man dann beide Hände frei hat, um sich genüßlich ins geldlose Swapping-Vergnügen zu werfen. Die Stimmung schwankt zwischen Goldrausch und spielerisch freundschaftlichem Miteinander.

Vor den Bergen an Kleidung, die zum zweiten Mal auf der Stange hängen und zur freien Auswahl stehen, sind wir alle gleich. Marken verlieren ihre Wertigkeit, wenn sie durch das Tauschen noch einmal vor der Müllhalde gerettet werden. Warum dem bestehenden Wäscheberg noch mehr hinzufügen? Es ist ja alles bereits im Überfluß vorhanden!
Wir schlagen Kapital aus dem eigenen Kleiderschrank und zeigen der Wegwerfgesellschaft die lange Nase. …
und das mit einem Gläschen Sekt in der anderen Hand :)